GEUTEBRÜCK schützt den Europäischen Weltraumbahnhof in Kourou

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Ein internationales Hochsicherheitsprojekt und ein Kampf gegen tropisches Klima, Schimmelpilz und Insekten

Das Centre Spatial Guyanais (CSG) bei Kourou in Französisch-Guyana wird auch europäischer Weltraumbahnhof genannt. Von hier starten die Ariane Trägerraketen; konzipiert, entwickelt, produziert und eingesetzt durch zahlreiche Partner aus 12 europäischen Ländern. Für die Sicherheit des Geländes und der Gebäudekomplexe ist auch GEUTEBRÜCK verantwortlich. April 2009 erfolgte die Endabnahme der ersten GEUTEBRÜCK Videoanlage. Bereits im Dezember 2010 wurde nach 4 Jahren Laufzeit das zweite große Teilprojekt, namens „Mangouste“, abgenommen. Weitere Aufträge sind erteilt: Der Hafen des CSG in Kourou, die Absicherung des Startbasiskomplexes der russischen Trägerrakete Sojuz (die 2011 erstmalig von Kourou starten wird) sowie die Absicherung der gesamten Vega Startbasis (der kleinsten europäischen Trägerrakete, die Ende 2011 ihren Erstflug absolvieren wird). Nach Abschluß dieser Projekte wird nahezu der gesamte Weltraumbahnhof durch GEUTEBRÜCK Technik gesichert sein.


Das Weltraumzentrum ist geographisch betrachtet eine der am günstigsten gelegenen Weltraumbasen der Welt. Nahe am Äquator unterstützt die Erdrotation ins Orbit startende Raketen mit einem maximalen Geschwindigkeitsbeitrag. Um mit der Ariane ins All zu gelangen werden die Satelliten zuvor per Luft oder Seeweg zum Weltraumzentrum transportiert. Dieses besteht aus einem weiten Areal mit diversen Zusammenbau- und Starteinrichtungen, Startanlagen für die Raketentypen Sojus und Vega sind im Bau. Die neue Sicherheitsanlage des Weltraumbahnhofs wurde in mehreren Abschnitten geplant, ausgeschrieben und gebaut. Dabei war der Weg bis zur Auftragserteilung teilweise recht lang, beim ersten Projekt beispielsweise 9 Monate. Das zweite Teilprojekt wurde 2006 unter der Obhut von Katharina GEUTEBRÜCK und Olivier Mai, Geschäftsführer GEUTEBRÜCK France, akquiriert. Nach 4 Jahren Projektlaufzeit wurde die Anlage im Dezember 2010 abgenommen. Direkter Vertragspartner war in diesem Fall das  italienische Unternehmen Telematic Solutions aus Mailand. „Mangouste“ lautete der Name dieses Projektes.


Mangusten sind relativ kleine Raubtiere mit meist schlankem Körper, kurzen Gliedmaßen und buschigem Schwanz. Der gleichlautende Name des größten Teilprojektes entstand eigentlich als Kunstwort (Mise A Niveau Global des clOtUres de CSG – port SpaTial de l’Europe) aber da es in Französisch Guyana krabbelt was das Zeug hält bezeichnet es eben konsequenterweise auch ein Tier. "Wo man hinspuckt, keimt es!" sagt außerdem Homo Faber treffend und entsprechend hohe Anforderungen stellt das tropische Klima an die Technik. Pilze, Kleintiere, Insekten, hohe Luftfeuchtigkeit, Seewasser und intensive Sonnenstrahlung fordern angemessene Schutzmaßnahmen gegen Korrosion,  Kondensation, Lockerung elektrischer Verbindungen, schlechte Kontaktgabe durch Verschmutzung  bis zur  galvanischen Kopplung. Jegliche Kondensation innerhalb der Schränke und Geräte ist zu vermeiden. Bei Kabeleingängen ist das Eindringen von Insekten zu verhindern. Aktive Teile sind komplett gegen das externe Klima abzudichten. Bei der Auswahl von PVC Materialien ist deren Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Schimmelpilz zu beachten… Die GEUTEBRÜCK Videotechnik wird sowohl für klassische Sicherheitsaufgaben (wie z.B. die Überwachung von 35km Zaun) als auch zur Prozeßüberwachung eingesetzt. Hierfür wurden rund 43 19Zoll-Schränke, 80 GeViScope High End Video Systemplattformen, 42 GeViRAID-Systeme, 10 Auswertestationen und 10 x Viewerstation in Kombination mit Monitorwänden entsprechend der besonderen technischen Vorgaben gefertigt, geliefert und in Betrieb genommen. Die Größe der Anlage spiegelt sich auch in rund 670 verwalteten Kameras, 1200 Helios Scheinwerfern und einer 140 Terabyte starken Datenbank wieder. Kourou forderte von den Mitarbeitern aber nicht nur hohe technische Fachkompetenz sondern auch Einfühlungsvermögen in der fach- und länderübergreifenden Zusammenarbeit mit Franzosen, Italienern und Spaniern.

Derartig komplexe Projekte sind nahezu militärisch durchorganisiert und arbeiten mit einer Vielzahl an Unternehmen zusammen. Planung und Qualitätssicherung des Weltraumzentrums sind in der Verantwortung der französischen Raumfahrtagentur  CNES. Die Projektverantwortlichen der CNES und vor allen Dingen die Endanwender der Anlage, das CSG, drückten ihre Zufriedenheit über die professionelle Zusammenarbeit mit dem Unternehmen GEUTEBRÜCK und der Leistungsfähigkeit der Videoanlage aus. Ein Erfolg, der zu weiteren Höchstleistungen bei den derzeit laufenden Projekten Hafen und der Startbasen der Trägerraketen Vega und Sojuz verpflichtet.

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